Nonverbale Sprache - 55%

Damit ist die Körpersprache gemeint. Also die Sprache ohne Sprache. Was aber nur auf dem ersten Blick so scheint. In Wahrheit ist unser Körper sehr redselig. Versuchen wir mit der verbalen Sprache - dem gesprochenen Wort - etwas anderes zu sagen, als unser Körper, werden wir meist der Falschaussage entlarvt. Meist jedoch ist unser Körper viel schneller mit seiner Sprache, als es das gesprochene Wort aussprechen kann. Wer die Signale anderer zu lesen vermag, kann Reaktion in Agition wandeln und sein Gegenüber für sich gewinnen.

Im täglichen Kundenumgang, bei Reklamationen oder im Verkauf, im Umgang mit seinen Mitarbeitern, seinem Team oder bei der Präsentation - bei vielen Gegebenheiten - kann dieses Gold wert sein!

Prüfungsangst, Versagen, Unbehagen

kleinmachVersagensängste sind nicht nur in der heutigen Zeit ein Thema. Ständig sind wir Prüfungen ausgesetzt und genauso oft gehen Menschen mit der Angst zu Versagen dort hinein. Psychologen werden hier sicherlich ein El Dorado vorfinden. Nun bin ich kein Psychologe und gehe in Prüfungen stets recht entspannt.

Eine sehr gute Möglichkeit ist, sehr gut vorbereitet in Prüfungen oder auch Vorträgen, Präsentationen oder ähnlichen Situationen zu gehen. Wer viel weiß, kann im Zweifelsfall auch etwas mit Wissen überspielen oder einfach auch nur ausfüllen.

Dennoch bleibt bei Vielen ein Unbehagen zurück.

Das Problem ist auch, das man nicht nur das Thema präsentiert, sondern auch sich selber. Einerlei, ob in Form einer Prüfung oder eines Vortrages – man steht unter Beobachtung. Unter dem strengen Blick des Prüfers oder Zuschauers.

Als Künstler hat man das gleiche Problem. Egal, ob man ein Lied singt oder ein Theaterstück aufführt – das Publikum achtet auf die kleinste Bewegung. Als sich zur Schau stellender hat man aber das Problem, dass man nun weiß, im Detail sozusagen auseinander genommen zu werden – und das ist, wie wenn man nackig ist. Man ist völlig wehrlos – verletzlich.

Es gibt da eine sehr schöne Übung für das Zusammenspiel von Körper, Gedanken und Gefühle: Man macht sich ganz klein auf einen Stuhl, lässt sich nach vorn überfallen, die Arme hängen oder sogar in der Embryo-Haltung gehend und sage dann – DAS LEBEN IST SCHÖN!

Zum Ausgleich machen wir nun das Gegenteil: Machen Sie eine ganze große Bewegung. Stellen Sie sich groß wie ein Baum, wie ein Fels in der Brandung auf, breiten Sie die Arme aus und sagen Sie dann ganz leise: Das Leben ist mies (oder auch sch****).

Sie ahnen es schon: das wird nicht so wirklich funktionieren. Der Körper lügt nicht. Ihn dazu zu bringen, erfordert meist eine schauspielerische Ausbildung. Körper und Einstellung – Körper und Sprache gehören zusammen. Aus der Haltung und den dazugehörenden Gedanken kann Stärke entstehen. Also genau das, was ich brauche, wenn ich mich einem Publikum oder Prüfern stelle.

Diese Ängste und Unsicherheiten werden auch gern Lampenfieber genannt. Lampenfieber ist ein Bühnenbegriff. Der Künstler steht auf der Bühne im Scheinwerferlicht und ist für jeden bis in die letzte Reihe gut sichtbar. Bis in die kleinste Nuance. Der Schauspieler hat keine Chance den Blicken des Publikums zu entkommen. Er gibt sich Preis und öffnet sich dem Publikum vollkommen. - Wenn Sie das nächste Mal einen Künstler sehen oder ein Theaterstück, Konzert,..., das Ihnen nicht gefällt, dann denken Sie daran, dass der Künstler schutzlos ist. Geben Sie ihm Feedback, aber zerreißen Sie ihn nicht! Bleiben Sie Mensch.

Lampenfieber ist letztlich nichts anderes, als eine Überkonzentration auf das, was da gleich kommt. Und etwas Konzentration kann ja grundsätzlich nicht schaden.

Und was die Unsicherheiten betrifft: gehen Sie doch vorher nochmal auf die Toilette und machen sich groß!

Ich selber senke vor solchen Ereignissen den Kopf. Also unmittelbar bevor ich auf die „Bühne“ gehe. Ich senke den Kopf, gehe gedanklich noch mal meinen Körper durch und hebe dann langsam und bewusst den Kopf. Dabei atme ich tief ein! „Bühnenluft“ atme ich dann ein – und dann will ich raus und zeigen, was ich kann!

Ich bin groß!

 

JoomSpirit