Nonverbale Sprache - 55%

Damit ist die Körpersprache gemeint. Also die Sprache ohne Sprache. Was aber nur auf dem ersten Blick so scheint. In Wahrheit ist unser Körper sehr redselig. Versuchen wir mit der verbalen Sprache - dem gesprochenen Wort - etwas anderes zu sagen, als unser Körper, werden wir meist der Falschaussage entlarvt. Meist jedoch ist unser Körper viel schneller mit seiner Sprache, als es das gesprochene Wort aussprechen kann. Wer die Signale anderer zu lesen vermag, kann Reaktion in Agition wandeln und sein Gegenüber für sich gewinnen.

Im täglichen Kundenumgang, bei Reklamationen oder im Verkauf, im Umgang mit seinen Mitarbeitern, seinem Team oder bei der Präsentation - bei vielen Gegebenheiten - kann dieses Gold wert sein!

Mach dich nackig und zeig dich!

Es gibt Kollegen, die propagieren das Rednerpult als Wasserglasabstellplatz und warnen ernsthaft präsentierende vor PowerPoint. Alles was man in der Hand halten kann, wird genauso verpönt, wie Beamer und Co.

Wer eine Ausbildung zum Schauspieler macht, lernt auch das Spiel mit Requisiten. Stellen Sie sich vor, alle Theaterstücke, Kino- und Fernsehfilme würden auf Requisiten verzichten. Vermutlich würde das Fernsehen ausgesprochen langweilig werden. So wie Schauspieler das Spiel mit den Requisiten erlernen, können auch Vortragende oder Verkäufer den Umgang damit erlernen. Ein gut eingesetztes Rednerpult, das gekonnte Spiel mit dem Kugelschreiber - all das kann Wunder wirken, wer es richtig einzusetzen weiß.

In einem Seminar über Körpersprache mit Auszubildende eines Ladengeschäftes, tauchte schnell die Frage auf, wohin mit den Händen? Und in der Tat führte das bei einer Auszubildende zu großen Problemen. Ich riet ihr schließlich, einen Kugelschreiber zu Hilfe zu nehmen und sich anfangs ruhig ein wenig daran festzuhalten. Ich erklärte ihr aber auch, nicht mit dem Kugelschreiber voran auf einen Kunden zu deuten - schließlich ist das ja keine Waffe. Auch sollte sie nicht mit dem Schreiber anfangen zu spielen, ihn permanent zu klicken oder andere Merkwürdigkeiten damit zu vollziehen. Einfach ein wenig dran festhalten und die Hände damit sicher unter Dach und Fach zu bringen. Irgendwann wird sie den Kugelschreiber weglegen, irgendwann wird sie ein bewusstes und gutes Gefühl für ihre Hände bekommen und keine Unsicherheit mehr dabei verspüren. Besser eine Weile mit dem Kugelschreiber hantieren, als unsicher gegenüber dem Kunden sein.

Und mittlerweile braucht sie den Kugelschreiber auch nicht mehr...

Hinter Rednerpulte kann sich ein Vortragender natürlich auch verstecken. Genauso wie hinter einer Präsentation, die über einen Bildschirm läuft. Aber zum einen macht der Bildschirm zumeist inhaltlichen Sinn und zum anderen ist es nicht ratsam, sich nackig zu machen, damit man das "Nichtverstecken" lernt. Ich holze ja auch nicht einen ganzen Wald ab, weil ich girl 1712825 200einmal ganz durchsehen möchte. Besser ist es, zu lernen, Charisma aufzubauen, damit die Bühne erfüllt wird. Dann nämlich ist es egal, ob etwas in der Hand gehalten wird, etwas vor einem steht oder eine Bildschirmpräsentation Aufmerksam verbraucht. Ist der Vortragene präsent auf der Bühne, wird er auch stets wahrgenommen und letztlich als Mittelpunkt erlebt.

Im Verkaufsgespräch ist es nicht anders. Und es gibt viele Menschen, die Charisma haben, aber nicht wissen, was sie mit ihren Händen anfangen sollen.

JoomSpirit